An der Oberstufe Steig wird das Demokratieverständnis gezielt gefördert. Erneut fanden Wahlen für das Präsidium des Schulparlaments statt.
Die Klassenräte und das Schulparlament sind an der Oberstufe Steig mittlerweile etabliert und zu einem festen Bestandteil der politischen Bildung geworden. Dadurch sollen Partizipation und Demokratieverständnis auch im schulischen Alltag gelebt und gefördert werden. Jedes Jahr im Sommer wählen die Klassen einen Klassenratssprecher bzw. eine Klassenratssprecherin. Diese Personen leiten den regelmässig stattfindenden Klassenrat und vertreten die Anliegen der Klasse im Schulparlament. Dieses wiederum nimmt Anliegen der Jugendlichen auf, debattiert darüber, wägt Pro und Contra ab und kommt schliesslich zu einem Beschluss, der im Sinne eines Antrags an die Lehrpersonen oder an die Schulleitung weitergeleitet werden kann. Dadurch wird allen Beteiligten klar, dass demokratische Prozesse zwar langatmig wirken können, aber für ausgewogene Lösungen und Kompromisse unabdingbar sind.
Das Schulparlament wird jeweils für die Amtsdauer von einem Jahr gewählt und von einer Schülerin bzw. einem Schüler präsidiert. Das Präsidium leitet die Sessionen und bereitet diese vor, beruft Arbeitsgruppen ein und sucht das Gespräch mit verschiedenen Ansprechpartnern. In diesem Sommer haben sich zwei Schüler aus der 3. Oberstufe und eine Schülerin aus der 2. Oberstufe für das Schulparlamentspräsidium zur Wahl gestellt. Anlässlich einer Podiumsdiskussion durften die rund 200 Jugendlichen und Lehrpersonen die Kandidierenden besser kennen lernen; ihnen wurden konkrete Fragen gestellt, sie mussten sich mit Top- oder Flop-Karten ohne Bedenkzeit klar positionieren oder ihren mitgebrachten, persönlichen Gegenstand präsentieren. Es war eindrücklich, wie seriös sich die drei Jugendlichen auf das Wahlpodium vorbereitet hatten, indem sie sich fragen mussten, wofür sie einstehen, was ihre Stärken und Ziele sind und ob sie ein Vorbild haben. Der Mut, sich dieser Situation vor Gleichaltrigen zu stellen und dabei in Kauf zu nehmen, dass man allenfalls nicht gewählt wird, verdient grössten Respekt. Ein Kompliment geht auch an die zuhörenden Schülerinnen und Schüler, die den Anlass aufmerksam und fair verfolgten.
Der Schulleiter betonte in seiner Einleitung zum Wahlpodium den Wert der Demokratie und liess etwas mehr als die Hälfte der Schülerinnen und Schüler in der Aula aufstehen. „Wenn wir die Weltbevölkerung wären, hätten im Jahr 2001 nur gut die Hälfte aller Menschen in einer Demokratie gelebt. Die anderen Menschen lebten in einer Autokratie ohne Wahlen oder Mitbestimmungsrechte. Und nun müssen nochmals ganz viele Schülerinnen und Schüler absitzen, denn heute leben lediglich noch 28% der Weltbevölkerung in einer Demokratie“, erklärte Samuel Bernet. Umso mehr müsse man demokratische Werte pflegen und den Institutionen Sorge tragen. Der Schulleiter schloss seine Rede mit den Worten: „Dass wir in einer Demokratie leben dürfen, ist ein Privileg. Damit ist auch eine Verpflichtung verbunden: Dankbar zu sein und verantwortungsbewusst zu handeln.“ Unmittelbar nach der Podiumsdiskussion fand der Wahlgang statt. Bis im Sommer 2027 wird das Schulparlament der Oberstufe Steig von Samuel Kästli als Präsident und Mohammed Alali als Vize-Präsident geleitet, die sich mit einem sehr ausgeglichenen Wahlergebnis durchgesetzt haben. Herzlichen Glückwunsch – die Schule freut sich auf die Zusammenarbeit und wünscht ihnen für die verantwortungsvolle Aufgabe alles Gute