Bildlegende Bild oben: Nein sagen will gelernt sein – am besten ganz laut.
Beim Präventionsprogramm «Mein Körper gehört mir!» lernten die jüngeren Primarschulkinder, gute Geheimnisse von schlechten zu unterscheiden, ihre Körperteile richtig zu benennen und «Nein!» zu sagen. Und zwar, wenn nötig, auch ganz laut.
Ein gutes Geheimnis ist leicht und macht Freude, ein Schlechtes ist schwer und fühlt sich unheimlich an. «Das da unten» heisst bei den Mädchen Vulva und bei den Jungs Penis – und nicht «Schnäggli» oder «Pfiiffeli».
Im Parcours «Mein Körper gehört mir!», zu dem das Team der Schulsozialarbeit während zwei Wochen alle zweiten bis vierten Klassen in der Aula des Schulhauses Pestalozzi in Rorschach begrüsste, lernten die Kinder zudem mit allen Sinnen, dass sie ihrem Gefühl vertrauen können und wie wichtig – alle – Gefühle sind. Sie besprachen mit den Fachpersonen herausfordernde Situationen und wie sie sich wehren können, wenn sie etwas nicht möchten. Aber auch, dass sie das Nein der anderen genauso akzeptieren müssen: Nicht jedes Kind mag es zum Beispiel, gekitzelt zu werden.
Nach dem Parcours sollten die Kinder gestärkt in den Alltag zurückkehren und wissen, wo und bei wem sie in schwierigen Situationen Hilfe bekommen. Und so laut, wie sie beim Üben «Nein!» gerufen haben, lässt hoffen, dass sich die Kinder dies auch getrauen, wenn es ernst gilt.

Haben den Parcours erfolgreich absolviert: Kinder einer zweiten Klasse mit Schulsozialarbeiterin Donatella Spagnolo.